We Were Promised Jetpacks – The Last Place You’ll Look

13.04.2010 | music | Kein Kommentar

Vor gut 4 Wochen ist die neue EP der Schotten von WE WERE PROMISED JETPACKS bei mir im Postkasten gelandet. Heute ist Releasedatum für Deutschland.
Ich hatte nun genau einen Monat Zeit, um mir die 5 Songs der EP intensivst zu Gemüte zu führen und werde nun ein paar Zeilen darüber schreiben.

Wer WE WERE PROMISED JETPACKS kennt und auch ihr Debütalbum “These Four Walls” gehört hat, hätte bei der EP einen ähnlich leichtfüßigen Mix aus schnellen punkigen und melodischen Tanzbaren Indie-Hymnen erwartet. eben ganu das, was WE WERE PROMISED JETPACKS bis dato auszeichnete.
Wer jedoch auch die Gelegenheit hatte, die Band live zu sehen, der weiß, dass es auch bei den “Jetpacks” etwas rauher zugehen kann.
Die neue EP “The Last Place You’ll Look” bildet in meinen Augen einerseits eine Schnittmenge aus genau den beiden Erfahrungen, die ich mit der Band gemacht habe, zeigt sie aber gleichzeitig auch von einer komplett anderen Seite.

Der Opener der EP “A Far Cry” kommt erstmal relativ düster und langsam daher. Die Gitarre anfangs wirkt sehr atmosphärisch und der Gesang fast apatisch. Erst mit Einsetzen der Drums nach 1:34 Minuten entfaltet sich der Song komplett und nimmt etwas Fahrt auf. Negativ? Rein gar nicht! Zwar gemächlich, aber eben sehr energiegeladen spielt sich “A Far Cry” fast 5 Minuten lang durch die Stereoanlage.

Der zweite Song “Short Burts” dürfte vielen bereits bekannt sein, denn er war in einer anderen Version bereits auf dem Album enthalten – jedoch in einer völlig anderen Version. Wo auf der Album-Version brachiale Gitarrensalven abgefeuert werden, stehen auf der “Short Bursts (Alternate Version” der EP die Stimme und ein Glockenspiel im Raum. Die sonst krachenden Drums begleiten rhythmisch. Am Höhepunkt des Songs steigen plötzlich sogar Streicher ein und der Gesang klingt fast chorhaft.

So ähnlich verhält es sich mit der sehr gefühlvollen Ballade “This is my house, this is my home”, welche auf der EP auch in einer Alternate Version erscheint. Mit gefühlvollem Gesang und von einem Klavier und Streichern begleitet wirkt der Song entschieden reifer und erwachsener. Ein Grundrauschen im Hintergrund gibt dem Song die gewisse Tiefe.

Der dritte Song der EP “The Walls Are Wearing Thin” ist ebenso atmosphärisch, wie auch kurz. Eine seichte Gitarre und viele Störgeräusche. Nach knapp zwei Minuten ist das Zwischenspiel vorbei. Oder doch ein Intro für Song #4?

Diser nämlich startet mit eben dem Titel von Song #3 als Textzeile. Auch hier gemächliche Gitarren, vordergründlicher Gesang und nach einiger Zeit treibende Drumbeats, die den Song nach vorne bringen. Dieser Song treibt sich Sekunde für Sekunde weiter Richtung Höhepunkt, welcher bei 3:40 Minuten erreicht ist und den Song dann ruhig ausklingen lässt.

Mit ihrer neuen EP “THE LAST PLACE YOU’LL LOOK” wirken WE WERE PROMISED JETPACKS erwachsener. Die Musik ist ausgereift und auch der Einsatz klassicher Instrumente wie erwähnte Streicher tragen ihren Teil dazu bei. Ich vermute nicht jeder “Jetpacks”-Fan wird die EP mögen, da eben viel der Energie, welche die Band ausstrahlte, fehlt.
In meinen Augen jedoch nicht auf Kosten der Qualität.
“THE LAST PLACE YOU’LL LOOK” zeigt eine weitere Facette einer interessanten, aufstrebenden Band, was mir zeigt, dass wir auch in den folgenden Monaten und Jahren noch viel Spaß an WE WERE PROMISED JETPACKS haben können.

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Yes We KEN.

28.02.2010 | music | Kein Kommentar

Der Name ist Programm. Auf ihrem neuen Longplayer “Yes We”, den ich vor Kurzem zugeschickt bekommen habe, beweist die Band mit den Koblenzer Wurzeln um Aydo Abay erneut, dass sie erstens KEN sind und zweitens, um die Anspielung an US-Präsident Barack Obama aufzugreifen, es können.

Das Album rotiert seit Erhalten immer wieder und ich habe das Gefühl mit jedem Durchgang ein weiteres Stück des Albums schätzen zu können und es weiter zu durchdringen.

Beim ersten Hördurchgang war es direkt der Opener “21-21=21″, der mir gehörig in die Ohren pfefferte. Dieser Song ist ein absoluter Topkandidat und als Opener auch absolut geeignet, da ich es kaum erwarten konnte, auch den zweiten Song zu hören. “Get A Life” heißt dieser und ist das absolute Gegenteil zum vorherigen Song, bleibt aber alles Andere als dahinter. Es ist irgendwie die Hymne, die einfach im Ohr bleibt und das auch längerfristig.

Die folgenden Songs auf der CD liegen ebenfalls gut im Ohr und zeichnen sich besonders durch den Einsatz elektronischer Elemente gesondert aus. “Y.K.I.W.G.T.T.END.O.T.W.W.Y.” zum Beispiel hat einen absolut eingängigen Refrain. “Women Who Love Men Who Take Drugs To Make Music To Take Drugs To” ist ein sieben minütiges Bollwerk, welches langsam mit gecrushten Drums und Synthiemelodie aufgebaut wird, einen leicht sphärischen Touch hat und am Ende bis zur absoluten Destruction des Songs bis auf die Spitze getrieben wird.

Einer meiner weiteren absoluten Favorites auf dem Album ist der Song “Reminder D”, welcher mit einem seichten Pianointro erstmal absolut nicht nach einem KEN-Song klingt, mit Einsetzen der Vokals jedoch in einen verwandelt. Dieser träumerische beinahe Popsong ist ein weiteres Schmuckstück auf dieser Platte. Leicht- und Tiefgang werden in diesem Song vereint. Sehr gefühlvoll und schön.

Dieses ist insgesamt eine Entwicklung, die man feststellen kann: der sonst vorlaute Ex-Blackmail-Frontmann zeigt auf diesem Album eine entschieden gefühlvollere Seite als man erwartet. Und gerade das macht dieses Album vermutlich auch so wertvoll.

Als ich vorhin bevor ich den Review geschrieben habe, das erste Mal das beigelegte Presseblatt las, stolperte ich über eine Aussage Aydos, in der er KEN “als eine ultimative Spielwiese, auf der aber nicht nur gespielt, sondern  auch etwas von Wert gemacht wird” beschreibt. Diesem Zitat kann ich mich anschließen, denn nicht umsonst ist die Instrumentalisierung mit diversen Keys und Synthies so klar rauszuhören und auch der Schritt in teils stark experimentelle Richtungen sind dadurch klar nachvollziehen.

Mit “Yes We” liefern KEN das in meinen Augen beste Album ihrer Geschichte hin. Es ist einfach sehr vielschichtig und wird auch nach vielfachem Hören nicht langweilig, sondern eher immer wieder interessanter. Einige der Songs haben echten Hitcharakter ohne dabei kitschig zu wirken. Auch das Aydo sich selbst eingesteht viele Dinge nicht zu können und sich dafür andere Musiker zu besorgen, die ihren Input liefern ist eine schwerwiegende, aber richtige Entscheidung gewesen.

Als besonderer Bonus liegt auch noch eine zweite CD mit dem Titel “Yes They” bei, auf der einige der Songs geremixed oder neu interpretiert wurden. Anders als bei sonstigen Beilagen-CDs ist diese an sich auch sehr überzeugend. Teilweise finden wir hier Songs für die Elektroparty, aber auch gemütliche Lounge-Tracks sind enthalten.

Mir gefällt die Platte sehr und wird auch weiterhin in heavy Rotation bei mir laufen. Vielschichtigkeit und experimentellem Wahnsinn sei dank werde ich und ihr werdet auch lange Spaß an der Platte haben. Absolute Kaufempfehlung!

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