Ein knappes halbes Jahr Macintosh

29.06.2009 | thoughts | 1 Kommentar

Vor rund einem halben Jahr habe ich mir ein MacBook gekauft, da mein alter Dell sich verabschiedet hat (DVD-Laufwerk liest nichts mehr, Bildschirmhelligkeit liegt maximal noch bei 30%, Display insgesamt sehr wackelig). Als ich vor dem Kauf eines neuen Laptops stand, habe ich mich also intensivst umgesehen nach alternativen zu Dell (Problem an Dell ist einfach, dass man die Notebooks quasi blind kauft. Eine Überprüfung der Haptik ist nicht möglich, da sie ausschließlich im Dell-Onlineshop verkauft werden.).

Also erstmal eine Pro/Contra-Liste aufgestellt zu meinem Dell aufgestellt:

Pro

  1. Preis-Leistungsverhältnis (Moderne Hardware zu akzeptablem Preis)
  2. Möglichkeit Windows XP anstelle von Vista in der Konfiguration auszuwählen
  3. Möglichkeit den Laptop selbst zu konfigurieren
  4. Recht hohe Akkulaufzeit

Contra

  1. Verarbeitung in meinen Augen nicht sehr gut (viel Kunststoff)
  2. Ist schnell sehr heißt geworden
  3. Erfahrung gemacht, dass Teile kurz nach Garantieende “ausfallen”
  4. 15″ ist mir letztendlich doch zu groß, da mein Laptop auch viel mit unterwegs ist
  5. Akku recht schnell defekt.

Resultat daraus:

  1. Es muss ein 13″-Laptop her
  2. Verarbeitung gut (Haptik vorher überprüfen)
  3. Hohe Akkulaufzeit (Hatte ich beim Dell bereits)

Dass der Laptop meine Ansprüchen genüge tun sollte, liegt ohnehin auf der Hand.

Erste Suche

Erste Anlaufstelle, um sich mal einen Überblick über die Preis- und Angebotslage zu verschaffen war Amazon. Und ich war wirklich erstaunt, festzustellen, dass es garnicht so sehr viele 13″er gibt. Angefangen hat das ganze mit einem Fujitsu-Siemens um die 500€, dann ein Toshiba bei 750€, das Weiße MacBook bei rund 900€. Ernüchternd, wo ich doch dachte beim Umstieg auf ein 13″-Notebook noch unter 1000€ zu bleiben. Und wenn ich ehrlich bin: die Modelle unter 1000€ (ich habe mir den Toshiba und das weiße MacBook im Saturn angesehen und angefasst) entsprachen nicht meinen Vorstellungen. Das MacBook hätte man beim Bezug über Apple natürlich noch updaten können, hätte aber trotz Bildungsrabatt bei meiner Wunschkonfiguration die 1000€ Grenze überschritten. Etwas ernüchtert, aber um eine Info reicher: Geld werde ich im Vergleich zu meinem Dell Inspiron 6400 wohl nicht einsparen können.

Die Ü-1000er

Im Bereich jenseits der 1000€-Grenze (wohlgemerkt hier die Recherche direkt in Geschäften gemacht) fand ich dann Samsung, Sony Vaio, Asus und Apple vor. Und egal welches man davon in der Hand hatte, wenigstens wirkte die Verarbeitung bei allen ordentlich. Genau das hatte ich gesucht.

Warum letztendlich Apple?

Natürlich sieht das MacBook schön aus. Aber die Sony Vaio stehen dem auch nichts nach. Asus? Samsung? Nun gut, Asus teilweise sehr abgespaced und eckig (Gamer-Notebook). Ich will zwar nicht behaupten, dass mir das Design schlichtweg egal sei, habe aber versucht es bei der objektiven Beobachtung einfach mal außer Acht zu lassen.

Die Apple-Kriterien

  1. Unibody: Der Korpus des Laptop ist aus einem Aluminiumblock (Leicht, aber robust) herausgefräßt worden.
  2. LED-Display mit Glasscheibe: 30% Energieersparnis und dank des Glases auch strapazierfähiger.
  3. Betriebssystem: Mac OS X Leopard. Bei Freunden bereits getestet und sehr positiv überrascht ob der Einfachheit der Bedienung, sobald man sich daran gewöhnt hatte.
  4. Der Preis: dank Bildungsrabatt konnte ich preislich noch in der Kategorie der Vaios und vor allem auch meines Dells bleiben +  ich konnte mir im Apple-Shop direkt den RAM aufstocken + über Unimall als Gratiszugabe eine 500GB-Festplatte einsacken.

Ein halbes Jahr Apple

Ein Feind von Windows war ich nie. Windows XP hat mir außerordentlich gut gefallen und nach 4 Jahren XP war ich auch, wie ich behaupten würde, recht fit. Relativ stabil gelaufen ist es bei mir auch, sogesehen also keine Probleme. Aber Mac OS X bietet doch einige Vorteile, die zwar nicht die Welt bewegen, aber in der Summe nachher einen entschieden angenehmeren Umgang mit seinem Computer ermöglichen.

  1. Der Finder: Wo der Windows Explorer doch sehr langsam und statisch wirkt, empfinde ich den Finder als genau das, was einen guten Filebrowser ausmacht: schnelle Suchfunktion, viele Anzeigemöglichkeiten, Vorschau einer Datei noch im Browser (gerade bei PDF-Dokumenten für die Uni oder einzelnen Teilen eines Videos, das zusammengeschnitten werden soll, sehr nützlich). Des Weiteren gibt es die Möglichkeit in der linken Navigationsleiste Favoritenordner anzugeben, die den Schnellzugriff auf die Favoriten zulässt.
  2. Synchronisation: Meinen Kalender sinnvoll mit dem Handy zu synchronisieren fand ich unter Windows schwierig. Mit dem Synchronisationstool von Apple geht dies sogar über die Bluetooth-Verbindung.
  3. iWork: Zugegeben, bis vor 4 Wochen habe ich noch OpenOffice genutzt als Office-Anwendung, aber nachdem ich mir die Demo von iWork 09 heruntergeladen habe, war klar, sobald diese abgelaufen ist, muss iWork 09 her. Zwar nicht zwingend angenehmer als Microsoft Office, aber besonders Keynote (Apple’s Powerpoint) finde ich genial.
  4. Stabilität: Das System läuft stabil. Lediglich einmal ist mir das MacBook bislang so abgestürzt, dass nur noch das komplette Ausschalten notwendig war.
  5. Software: Das MacBook hatte natürlich jede Menge sinnvoller Tools vorinstalliert: iCal, Photobooth, iChat, Time-Machine (regelmäßige Systembackups auf externe Festplatte) und vor allem: Vorschau. Vorschau ist quasi das IrfanView für Apple. Schnell mal ein Bild verkleinern: kein Problem.
  6. weitere Software: Wer heutzutage noch behauptet, man soll sich keinen Apple kaufen wegen Inkompabilität, der hat sich einfach nicht gut informiert. Für nahezu jedes Must-Have-Programm unter Windows gibt es entweder eine Apple-Version oder ein nahezu identisches Programm eines anderen Anbieters. Lediglich auf dem Spiele-Sektor sieht es momentan noch etwas mau aus. Da ich aber eh nicht sonderlich häufig noch Computer spiele, ist dies für mich nicht von Bedeutung.

Fazit

Ich bin durch und durch zufrieden mit dem Kauf. Zwei kleine Wehmutstropfen sind vielleicht, dass ich z.B. die Firmware unseres WLAN-Routers updaten musste, damit sich der Apple verbindet und die Folgekosten für eventuelle Bildschirmadapter hoch sind (Einmal MiniDisplayPort -> DVI und 1 MiniDisplayPort -> VGA (für Präsentationen in der Uni) = 60€.

Was allerdings schön ist, sollte man mal ein Problem oder eine Frage haben: im Unterschied zu Windows gibt es in Deutschland weniger als 10 populäre Foren, in denen man Antworten bekommt. Das ganze ist also sehr übersichtlich und spart einem im Falle von Probleme eine lange Suche, wie es oftmals zu Windowszeiten war.

Dennoch würde ich nicht jedem zu einem Apple raten. Wer ohnehin keine Lust hat, sich ernsthaft mit dem Betriebssystem zu befassen und sich schon unter Windows da einfach nur durchgequält hat, dem rate ich bei Windows zu bleiben. Nachteile habe ich so in der Form noch nicht wirklich entdecken können, zumal Apple im 13“-Sektor sich von qualitativ vergleichbaren Laptops preislich nicht stark unterscheidet.

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