Interview: Stilpirat Steffen Böttcher trifft Paul Ripke

Der Fotograf Steffen Böttcher, der bis vor kurzem noch unter dem Namen Stilpirat bloggte, trifft sich mit Paul Ripke, einem meiner absoluten Lieblingsfotografen momentan und erklärter bester Kumpel von Marteria zum gemütlichen Palettentop- Barbecue am Hamburger Hafen und interviewt ihn zu den Themen Fotografieren, Filmen und was sich sonst eben noch ergibt. 90 sehr kurzweilige Minuten, wie ich finde. Super!

(via: kwerfeldein)

 

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Listen To: In Golden Tears

17.01.2012 | film | 1 Kommentar

Listen To ist das Video-/Interviewprojekt von Sebastian Schelly und Niclas Löffler.
Im Grunde ist das ganze recht einfach erklärt:

’listen to’ introduces the musicians in their intimate surroundings. Our cameras follow along into their home, studio, working spaces and their neighborhood. In the 2 – 4 minute glimpse ’listen to’ constitutes an interview-project that documents creative people and reveals individual perspectives and experiences. A one-time opportunity to gain uniquely vibrant insight given by professional videos, attention to detail and background information. (Quelle: listento.tv)

Nun ist nicht nur die Website wirklich toll gestaltet, sondern auch die Videos sind spannend und vor allem auch die Künstler bisher wirklich interessant.

Quasi zum Anfixen für euch hier der Film über meine Hamburger Freunde von In Golden Tears beim Dockvile 2011:

listen to in golden tears from listen to on Vimeo.

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Feature #4: Björn Lexius

05.06.2010 | thoughts | 2 Kommentare

Yeah, nach über zwei Monaten Pause endlich wieder ein Feature. Genaugenommen habe ich mit dem vierten Feature sogar fast drei Monate gewartet. Nun gut.

Heute also wieder eine kleine Interviewvorstellung eines Fotografen, den ich kürzlich schon bei “Ein Herz für Blogs” grob skizziert habe:

BJÖRN LEXIUS

Hallo Björn, stell dich doch bitte kurz meinen Lesern vor. Wer bist du, was machst du so?

Also, so Selbstvorstellungen sind ja immer so ein Ding für sich, was erzählt man, was interessiert überhaupt jemanden, sowas alles. Ich versuchs kurz zu halten. Mein Name ist Björn Lexius, geboren 1977 irgendwo zwischen Münsterland und Ruhrpott, seit ein paar Jahren in Hamburg lebend. Meine Zeit vertreibe ich mit nem Teilzeitjob, Grafikdesign (hauptsächlich für Bands aus dem Punk/Hardcore-Underground Bereich) und Fotografie. Ich habe das Glück, dass meine Freundin das vollstens unterstützt und ich dem somit viel Zeit widmen kann.

Wenn ich mir deine About-Section durchlese, stelle ich fest, dass du durch die Musik zur Fotografie gekommen bist. Gab es da ein bestimmtes Ereignis oder ähnliches, was dazu geführt hat?

Hm, gute Frage. Ich habe jahrelang selbst in Bands gespielt und da guckt man sich gern oft im Nachhinein Fotos von Konzerten an und guckt, wie andere Personen die Momente festgehalten haben. Durch meine Design-Neigung kamen dann halt bei CD/LP-Layouts auch immer Fotos ins Spiel und es reizte mich einfach zu sehen, wie man selbst durch eine Momentaufnahme viel Gefühl und Emotion vermitten kann.

Weiter heißt es in deiner “Vita”, dass dir die Musikfotografie nicht mehr ausreichte. Ist sie nun komplett abgehakt oder fotografierst du noch Konzerte?

Das ist keineswegs abgehakt. Ich fotografiere immer noch sehr viele Konzerte, meist im DIY-Bereich, da man sich dort nicht mit Fotopässen, 3-Song Regulierungen und ähnlichem rumärgern muss und sich die Bands immer sehr über Fotos freuen.Zudem muss ich zugeben, macht mein momentanes Equipment bei grösseren Events oft nicht mit bzw erzeugt einfach nicht die Resultate, die ich von mir selbst erwarte. Was die Konzertfotografie angeht bin ich Teil des Teams der Website www.facetheshow.com. Wir sind, vermutlich, Europas bestbesuchte thematische Website, wenn es um Dokumentation der aktuellen Hardcore-Szene geht. Das Team setzt sich aus einigen Fotograf_innen und einem Videofilmer zusammen, angesiedelt sind die Personen in Deutschland, Österreich, Polen, Spanien und den Niederlanden.

Welchen Einfluss hat die Musik der Band, die du fotografierst, auf die Fotos? Versuchst du Fotos aus einem energischen Song energisch darzustellen und die Ruhe einer Ballade auch auf einem Foto zu “bannen”? Wie sieht es bei der Bearbeitung aus: hörst du beispielsweise beim Bearbeiten der Fotos exakt diese Band von der die Fotos sind?

Das ist ganz ehrlich gesagt eine gute Frage, die ich dir aber nicht so direkt beantworten kann. Ich glaube dadurch, dass ich selbst so lang in Bands aktiv war und viel mit Fotos auch im Nachhinein arbeite habe ich ein gewisses Gespür dafür, was ich persönlich (und auch oft die Bands) cool finde. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich versuche die Stimmung eines Songs in einem Foto wieder zu geben, da ich oftmals im Nachhinein auch nicht mehr weiss, bei welchem Song welches Bild entstand. Wenn ich die Bilder bearbeite höre ich recht oft nochmal die Musik der Band oder zumindest ähnliches.

Der Großteil deiner Fotos auf deinem Portfolio fällt ja heute in den Bereich der Streetphotography. Was ist für dich das Besondere daran?

Zum einen ist Street-Photography etwas, was du jeden Tag zu jeder Zeit betreiben kannst. Du brauchst dich nicht um ein Modell oder ähnliches kümmern. Man geht einfach vor die Tür und steht mitten im Leben, und eben diese Momente machen diese Art der Fotografie für mich aus. Momente, die wir im Alltag kaum beachten, die in Vergessenheit geraten. Ich versuche sie einzufangen und ihnen wieder Bedeutung zu geben, die Personen, die meine Bilder ansehen wieder auf sie aufmerksam zu machen. Auch geht es dabei nicht um technische Perfektion, sondern um das Gespür für den richtigen Moment. Wenn ein Foto in dir ein Gefühl auslöst, dann ist es völlig egal ob es leicht verschwommen oder verrauscht ist.

Wie sieht das bei dir mit der kommunikativen Seite der Streetphotography aus? Sprichst du mit den Leuten, die du fotografiert hast? (falls ja, tust du dies vor oder nachdem du das Foto geschossen hast? Sehen sie die Resultate?)

Da sprichst du ein schwieriges Thema an. Lange Zeit habe ich mich überhaupt nicht getraut auf der Strasse Menschen zu fotografieren. Es dauerte eine Weile bis ich diese Scheu abgelegt hab, teils arbeite ich da immer noch dran. Meine Erfahrung ist, dass die Bilder oft weniger interessant werden, wenn die Personen wissen, dass man sie im Sucher hat. Manchmal reicht ein Nicken oder ein kurzes Lächeln aus um das OK zu bekommen. Manchmal spreche ich Leute an und zeige ihnen die Bilder aber oftmals interessiert es sie auch überhaupt nicht. Wieso das Thema so schwierig ist für mich, ist, dass man in Deutschland rein rechtlich sich im Illegalen bewegt, wenn man Menschen fotografiert bzw die Bilder veröffentlicht (Recht auf das eigene Bild), daher versuche ich mir für Bilder, die mir gefallen, ein Ok von den Personen zu besorgen, was allerdings oftmals eher mündlich als schriftlich ist. Niemand unterschreibt dir auf der Strasse einen Model-Vertrag. So zumindest meine Erfahrung.
Ich bin da persönlich auch in einem Zwiespalt, denn a) liebe ich die Street Photography aber b) würde ich auch nicht unbedingt Fotos von mir im Netz finden wollen ohne, dass ich davon weiss.

Nun einmal für die Technikfreaks: mit welchem Equipment gehst du auf die Straße?

Also zur Zeit arbeite ich auf der Strasse mit meiner Canon EOS 450D und meist einem Tamron 50 – 200mm 4 – 5.6 Objektiv. Grad eben steht die Überlegung welche Kamera mir ins Haus kommen soll, die 5D MKII oder die 7D. Eine Frage der Finanzen und der Verwendungszwecke.

Björn, danke für die ehrliche Beantwortung meiner Fragen! Ich denke wir hören voneinander! Viel Erfolg weiterhin!

Hier nochmal eine Liste mit den bisherigen Features:

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Feature #2: polaroidDIARYberlin

02.03.2010 | thoughts | 2 Kommentare

Einige Zeit ist vergangen seit meinem letzten Feature (fuckyouverymuch.dk) und nun ist es endlich soweit: Feature #2.

Diesmal dabei: das Projekt polaroidDIARYberlin.

Die Seite wird von zwei Berlinern betrieben, die jeden Tag ein bis mehrere Fotos aus ihrem Alltag in Form eines Polaroids an ihre virtuelle Pinnwand pinnen. Die Idee hat mich als Polaroid-Fan natürlich direkt fasziniert, weswegen ich auch gleich eine Mail losgeschickt habe.

Ergebnis: dieses kleine aber feine Interview mit den netten Berlinern, die neben ihrer Vorliebe für Momentaufnahmen auch einen sehr guten Musikgeschmack haben!

Stellt euch vor. Was macht ihr so? Seid ihr gebürtige Berliner?

Zwei Freunde in der großen Stadt, gelangweilt von Statusupdates auf Facebook und tweeter-links, auf der Suche nach einem Kreativen-Workout. Wir kommen aus Berlin, bzw. wohnen hier schon viele Jahre und lieben diese Stadt.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, dieses Projekt zu starten?

Es fing so an:

Die dritte Generation des iPhone bringt die Möglichkeit mit, so einen Blog ohne großen Aufwand “on the go” zu betreiben – das hat am Anfang den Ausschlag gegeben.
Wir gehen nicht los, um Fotos zu machen (wann hat man schon mal die Zeit dafür und was kommt dabei raus?), sondern versuchen eher Details oder Momente unseres tatsächlichen Alltags einzufangen. Insofern ist es auch wirklich ein Diary – und es macht mitunter Spass zurückzublättern. Denn obwohl nicht alle Bilder eine Geschichte erzählen verbinden wir natürlich immer irgendwelche Erlebnisse damit, ob nun eine Ausstellung die einer besucht hat oder eine Pfütze, in die der andere getreten ist, es hat etwas mit uns zu tun.
Der Polaroid-Stil soll gerade das zwar auch zum Ausdruck bringen, dient uns aber vor Allem als einfache Klammer für ein einheitliches Layout, da wir gerne rumspielen und nicht unbedingt eine eigenständige Bildsprache haben oder suchen. Wenn dabei Fotos gelingen, die Dritte interessieren sind wir geschmeichelt und freuen uns ;)

polaroidDIARYberlin”. Was ist euer persönlicher Bezug zu Polaroidkameras?

Ich hab zwar irgendwo noch eine alte 636(?) rumfliegen, und zudem habe ich mir jetzt eine SX-70 gekauft, aber die Filme sind mir zu teuer um sie tagtäglich zu benutzen. Uns gefällt der Look der Bilder, darauf kommt es uns an.
Zudem kann man digital auch noch ganz andere Vorstellungen realisieren, wie man vielleicht auf dem einen oder anderen Foto erkennen kann.

Ihr nutzt ja verschiedenste Kameras zur Realisierung des Projektes. Welche nutzt ihr davon am liebsten und wieso?

Das iphone hat man immer dabei und aus der Situation heraus kommen manchmal sehr interessante Fotos zustande. Mit der NikonD70 bzw. D300 & Festbrennweite kann man die objektiv schöneren Fotos machen, aber man trägt sie halt nicht jeden Tag mit sich herum.
Und die Polaroid Kamera macht Spass und hat Ihren ganz eigenen Charme, ist aber einfach zu teuer um seinen Alltag damit zu dokumentieren.

Das Impossible Project versucht ja das Polaroidwerk in Enschede wiederzubeleben und bald wieder Polaroidfilme herzustellen. Würdet ihr auf echte Polaroids umsteigen, wenn ihr günstig an diese Filme herankämt? Was würde ansonsten dagegensprechen?

Polaroids sollten wieder bezahlbar werden. Es wär schön wenn man auch wieder die Wahl hätte etwas “analog” zu machen, ohne dass man dabei arm wird (oder die Fotos entwickeln lassen muss). Aber wir würden wohl nicht ganz auf polaroids umsteigen. Es kommt uns nicht auf Authenzität an, sondern auf das Motiv, auf das Endprodukt, die Erinnerung. Viele Leute muckieren sich darüber, dass wir die Fotos digital machen und dann so verändern dass sie aussehen wie ein Polaroid. Aber das is uns egal, denn es ist einfach nur unser Tagebuch und uns gefallen die Bilder ;)

Ich bedanke mich herzlichst für das Interview und den Musiktipp in eurer Mail. Viel Spaß (denn ich denke darum geht es euch hauptsächlich) und Erfolg mit euerm Projekt.

Das war Feature #2: polaroidDIARYberlin. Feature #3 ist auch bereits in der Mache.

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Feature #1: Fuck You Very Much

10.02.2010 | thoughts | 6 Kommentare

Heute stelle ich euch mal einen neuen Bestandteil meiner Seite vor. Mit der neuen Serie “Feature” werde ich euch hier Menschen, Kreative, whatever vorstellen oder interviewen.

Heute startet das Ganze mit der Seite fuckyouverymuch.dk

Das erste Mal gehört davon habe ich durch einen Blogpost von meinem Kommilitonen Robin im November letzten Jahres.

Hintergrund des Tumblr-Blogs: Zwei Menschen aus Kopenhagen leben getrennt voneinander in London bzw. New York. Jeden Tag werden Bilder hochgeladen und mit einem kleinen Satz versehen.

Heute zum Beispiel:

“We had too much.”

Simple, aber eben irgendwie interessant. Ich habe die Seite seit Entdeckung immer mal wieder angesurft und mich nach der Idee dahinter gefragt. Denn abgesehen von der wirklich stilsicheren Auswahl der Fotos fand ich das Ganze immer etwas irrelevant.

Hier nun ein kurzes Interview, dass ich mit den beiden Menschen (oder zumindest einem davon) geführt habe:

The first thing i’d like to know is, why you are living apart from each other. And what you are doing in NY/London.

We live apart because we have two separate lives and because it is not possible to combine what each of us wants to do if we are to live in one city. We study and work in London and NY.

You are posting photos from the web regularly. Do you take photos on your own? Which camera do you use and why?

We take photos regularly. Everyone goes really, speaking of cameras. Our favorites are the iPhone camera, Contax MT167 and Polaroid SX-70.

What’s the intention of your blog? is it some kind of therapy for you two living apart from each other or simply a just for fun thing? What’s your motivation in posting that regularly? Are there days when you think about not posting anything, because your simply not willing to that day?

The intention: It is a combination of a visual diary, shared thoughts, statements, greetings, bookmarks etc. It’s not therapy. Prior to the launch we kept finding interesting stuff and inspiring images, so instead of just mailing them back and forth we started FYVM. In the beginning it was just for our own pleasure, but now it has sort of launched into this massive thing with loads of followers.

How often do you see each other in reality? Will your site close when you both move to one place and live together?

Lots of motivation. People evolving into icons such as David Bowie or Kate Moss. All the great stuff we stumble upon every day must be shared, we think. Our site will not close when we one day live the same place. Or at least we dont think so.

Besonders interessant an diesem Interview finde ich, dass die Antworten ebenso in einer gewissen Spontanität ankommen, wie die Auswahl der Fotos auch wirkt. In diesem Sinne: Fuck you for the interview.

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