Abandoned Places, Geisterstädte, Fotografie

06.01.2010 | thoughts | Kein Kommentar

Es ist eigentlich eher ein Zufall, dass ich über verlassene Gebäude oder Städte und so schreibe, aber irgendwie passt es momentan doch ganz gut, da die Dinge nun mal momentan von ihrer Chronologie so ineinander greifen, dass es doch Sinn macht, ein wenig über den Tellerrand heraus zu gehen und mal etwas anderes zu präsentieren.

Unsinnigerweise jedoch beginne ich mit der Chronologie in der Mitte. Warum? Seht selbst:

Heute Mittag habe ich in meinem Newsreader ein Video entdeckt über eine Geisterstadt in Schottland, die 33 jahre ungenutzt vor sich her vegetierte und eigentlich als Wohnanlage für Arbeiter gedacht war (die Arbeiter sind dort aber nie eingezogen).
6 Künstler nahmen sich nun 3 Tage Zeit, um diese Ghost Town zu nutzen als Projektionsfläche ihrer Kunst. Allein der Gedanke daran hat mich schon fasziniert, seinen Höhepunkt fand meine Faszination aber beim betrachen der Fotos der Aktion bzw. des folgenden 11-minütigen Videos:

The Ghostvillage Project from Agents Of Change on Vimeo.

Mein zweiter Anlass sind die Fotos von Jeriko über das Kinderkrankenhaus Weißensee, ebenfalls ein verlassener Ort, welche ich vor ein paar Tagen entdeckte. Hier eines meiner Favorites von ihm:

Foto: Christoph Boecken aka. Jeriko (www.jeriko.de)

Foto: Christoph Boecken aka. Jeriko (www.jeriko.de)

Es klingt vielleicht erstmal etwas kitschig, wenn ich es so sage, da es in der Schule/Uni ja immer das erste ist, wenn man sich überlegt, was ein Bild für eine Wirkung auf einen hat, aber die Fotos von Christoph haben mich zum nachdenken angeregt und mir erneut bestätigt, dass verlassene Gebäude eine ganz besondere Ästhetik haben und mich schon seit je her faszinieren.

Ich habe die letzten Tag echt lange darüber nachgedacht, wo ich in meinem Umfeld derartige Gebäude finden könnte, mir fällt aber ehrlich gesagt nichts ein. Die einzige Erinnerung, die ich an meine Kindheit habe, ist, dass wir in unserer Nachbarstraße ein verlassenes Speditionsgebäude hatten, wo man eine Zeit lang in den Keller konnte und einen riesigen Krahn an den Bahnschienen mit einem Raum oben drüber. Beides existiert heute aber leider nicht mehr.

Interessant auch (und vielleicht auch eine Erklärung, warum mich solche Orte immer noch faszinieren) Christophs Beschreibung über die Entstehung der Fotos:

Abandoned Places sind ja eigentlich alle gleich, aber es ist eins, sich Photoserien bei Flickr & Co. anzuschauen, und etwas völlig anderes, solche Plätze selber zu erkunden. Auf dem Weg dorthin kamen schon die ersten Gedanken, wie wir wohl auf das Grundstück kommen, wie in die Gebäude, wie es da drinnen aussehen wird, und vor allem: ob wir womöglich auf andere stoßen, die uns vielleicht nicht so freundlich gesinnt sind. Ein wenig mulmig war uns also schon, wich aber schnell einer ziemlichen Faszination. Frühere Sets bei Flickr lassen erahnen, wie es dort mal ausgesehen haben muss, dass vor etwas mehr als einem Jahr auch noch Kleinigkeiten aus dem Krankenhausalltag erhalten geblieben sind. Uns blieben sozusagen nur die Reste. Was es nicht minder spannend gemacht hat.

Ich für meinen Teil jedenfalls werde die Augen offen halten.

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