Eine Chance für die Lomographie

23.09.2010 | photography | 1 Kommentar

Diejenigen, die schon etwas länger hier mitlesen, könnten sich daran erinnern, dass ich seit Februar eine Lomo Diana F+ besitze. Damals habe ich meine ersten Versuche mit dieser Kamera gemacht und war vorerst enttäuscht! Der Grund: die Resultate, die ich von Rossmann bekommen habe, waren schlichtweg enttäuschend.

Damals jedoch habe ich auch nicht auf Rollfilm geknipst, sondern durch das optionale 35mm-Rückenteil für die Diana auf einem 35mm Film. Klar, dass ich da bei Entwicklungskosten von 2,55€ pro Film und 0,01€ pro 9x13cm-Abzug nicht all zu viel erwarten konnte.

Das Problem damals: die Kamera verknipst im quadratischen Format, die Abzüge von Rossmann (9×13) haben jeweils oben und unten 2cm abgeschnitten. Die Konsequenz: nahezu jedes Foto war total daneben.

Da ich aber um genau die Tatsache, dass ich so einige Fehlerquellen habe, die mir die Resultate verschlechten, wusste, habe ich mich entschieden, es einmal mit einem Rollfilm auszuprobieren.

Nach einiger Recherche habe ich mich für einen 120er “Fuji Provia 100″ entschieden und diesen im Laufe der letzten Monate verschossen und es – so viel weiß ich heute -  nicht bereut.

Von den 16 Fotos hat mir das Großlabor genau 8 Fotos entwickelt. Meinem Wunsch einer Crossentwicklung sind sie (soweit ich das anhand der Farben erkennen kann) auch sogar nachgekommen und erstmals habe ich gestern einen Film bei Rossmann abgeholt mit dessen Entwicklung ich echt zufrieden war. Gut, die Frage warum nur 8 der 16 Fotos (trotz ausdrücklichen Hinweises alles zu entwickeln) ist natürlich offen und ungeklärt, aber das was mir vorliegt, stellt mich erstmal zufrieden:





Mit Sicherheit ist keines dieser Fotos ein Beispiel für ein wirklich gelungenes Foto, aber als Begleitkamera für Erinnerungsfotos ist die Lomo Diana F+ auf jeden Fall weiterhin dabei!

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Digital ist besser…

Die Überschrift meines heutigen Artikels habe ich bewusst sehr provokant gehalten, bin mir selbst aber alles andere als schlüssig, ob ich diese Aussage vertreten kann und vor allem möchte.

Der Hintergrund:

Seit letzter Woche habe ich eine Diana F+ “El Toro” und habe am Wochenende während einer Party den ersten Film verschossen. Bei dem Film handelt es sich um einen stinknormalen “Kodakolor VR Plus 400″, wie es ihn in jeder Aldi Nord Filiale an der Kasse zu kaufen gibt.  Diesen Film habe ich dann im Nachbarort bei Rossmann entwickeln lassen, da das ortsansässige Fotogeschäft mir absolut unprofessionell wirkte und mich endgültig mit dem Satz “Wir schicken die Filme in ein Amateurlabor, da unseren Kunden das absolut ausreicht, da nur ganz selten jemand vom Standardformat abweicht.” vergraulten.

Nun war aber bei mir der Drang, die Fotos möglichst schnell entwickelt zu bekommen recht hoch, weswegen ich mich für Rossmann entschied. Günstig, schnell und laut Internetrecherche bieten sie auch Crossentwicklung an. Also habe ich einen Zettel mit in die Fototasche gesteckt, auf dem draufstand:

  • Bitte Crossentwicklung
  • Bitte alle Bilder entwickeln, auch wenn sie beschädigt wirken
  • Bitte beachten Sie bei den Abzügen, dass es sich um ein quadratisches Format handelt, bei dem die Perforationen mitbelichtet wurden.

Das Resultat:

An und für sich sollten sich an dieser Stelle nun schöne Scans der Abzüge befinden, die ich heute von Rossmann abgeholt habe. Wie ihr seht: Pustekuchen!

Ich habe heute erhalten:

  • Negativstreifen (bin mir nicht ganz sicher ob u.U. einige Fotos einfach so dermaßen unterbelichtet waren, dass auch nach Entwicklung nichts erkennbar war.)
  • 22 Abzüge meines 36er Films (s. Hinweis mit der Bitte um Komplettentwicklung und Abzüge!!!) im Format 9×13 (hatte ich auch angekreuzt, da es kein quadratisches Format gab) mit somit einem Beschnitt von 2 cm oben und 2 cm unten.

Dass sich meine Freude da in Grenzen hält, kann man sich ja vorstellen. Nahezu jedes Bild war so doof beschnitten, dass es das Foto echt zerstört.

Da ich aber irgendwie den dringenden Wunsch hatte, auch einfach nur irgendetwas zu haben, was mir Spaß an diesem Film bringt, kam mir die Idee, die negative einfach mit einem 0815 Flachbettscanner einzuscannen und dann Digital in irgendeine Art visuelles Resultat zu pressen.

Das einfachste und erfolgreichste war: Die Negative einscannen als Farbbild (Einstellung in der Scannersoftware), dann aus dem eingescannten Negativ erneut ein Negativ machen (IrfanView) und dann in Picasa ein Schwarzweißbild daraus herstellen (War an Omas Laptop, da der Scanner etwas älter ist und mein Mac diesen nicht erkennt).

Hier nun die Resultate, die sich daraus ergeben haben:

Lomo Negativscan
Lomo Negativscan
Lomo Negativscan

Lomo Negativscan

Das ist natürlich alles andere als ein sachgemäßer Umgang mit den Negativen, aber wie heißt es doch so schön in den Regeln der Lomographic Society: “Don’t care about any rules”.

Digital ist besser…

… ist ein Songtitel eines Tocotronic-Songs. Ich muss sagen, dass mir das Analoge auch gefällt und ich vielleicht aus einigen meiner Fehler, die ich bei der Entwicklung des ersten Films gemacht habe, lernen kann:

  • Ein professionelles Fotolabor hätte zumindest bei den Abzügen bessere Resultate hervorbringen können. Bleibt mir nur, hier eins zu finden (Provinzkaff Bad Bentheim) oder in meinem Studienort (Osnabrück) zu gucken. Den Mehrpreis würde ich dann in Kauf nehmen.
  • Die Negative sind ja vermutlich (bis auf die fehlende Crossentwicklung) ordentlich. Diese könnte ich natürlich einscannen lassen im Fotogeschäft und mir auf CD brennen lassen.
  • Ein besserer Film hätte vermutlich auch bessere Resultate hervorgebracht. Ich sollte mir vielleicht die Zeit nehmen, ein paar andere zu probieren.
  • Der vielleicht dümmste Fehler, der mir unterlaufen ist, ist, dass ich gleich 2 Filme abgegeben hab (einen Lomography Redscale 100 mit Panoramaformat und belichteten Perforationen). Dieser soll morgen auch zurück kommen. Bin mal gespannt. aus den 27 Aufnahmen hat Rossmann 19 entwickeln lassen. Probleme mit dem Format des Films werden sie auch hier sicherlich gehabt haben.

Falls jemand von euch noch Hinweise oder Tipps für mich hat, scheut euch nicht, mir eine Email zu schreiben, die Kommentarfunktion zu nutzen oder einfach das Kontaktformular. Analoge Fotografie ist absolutes Neuland für mich!

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