Berlin: Ein Reisebericht

28.01.2010 | photography | 2 Kommentare

Am vergangenen Wochenende war ich mit einem Kumpel in Berlin. Anlass war das Konzert der Briten “The xx” im Astra Kulturhaus in Friedrichshain. Für mich war es der erste Besuch in unserer Hauptstadt (wow, wie patriotisch das klingt), weshalb ich mich auch rein aus fotografischer Sicht schon tierisch gefreut habe.

Da Chronologie mir gerade irgendwie eher in den Sinn kommt, als eine wertende Listung nun mal eben die wichtigsten Thesen, die ich aus Berlin mitgenommen habe:

  • Die Videothek “Filmkunst” gegenüber des Astra Kulturhauses bietet für 1,50€ einen sehr leckeren Cappucino und das Personal ist sehr locker und freundlich. Lediglich der braune Zucker war mir etwas skeptisch. “Filmkunst” war mein erstes persönliches Highlight des Wochenendes.
  • “Trailer Trash Tracys” ist eine Londoner Band, die als Support im Astra Kulturhaus spielten. Musikalisch aus ähnlicher Richtung wie “The xx”, durch den teilweise etwas schrägen Gesang der Sängerin aber etwas experimenteller. Der Drummer an den E-Drums hat den Auftritt ziemlich aufgewertet.
  • “The xx” sind schon ein Phänomen. Trotz totalem Hype wirkten die inzwischen noch drei Musiker sehr sympathisch, wenn auch sie während der Songs etwas apatisch daher kamen. Auch hier kann man sagen, dass die doch teilweise melancholischen Songs bei der Live-Performance durch Four-On-The-Floor einschübe tanzbar wurden, was dem Konzert eine besondere Note verpasste. Gänsehautstimmung gab es, wenn sich die weiblichen und männlichen Vocals vermischten. “The xx” (und das hat nichts mit Gehype zu tun) sind auch live fantastisch.
  • “Maria am Ostbahnhof” war uns mit 12€ Eintritt und dem nicht unbedingten Vorhaben uns die Nacht komplett um die Ohren zu hauen zu teuer. Daher waren wir dort nicht.
  • Ersatz dafür war dann der “Magnet Club”. Zwei Floors: Indie und House/Electro. Ganz schön mal da gewesen zu sein, irgendwie aber auch nichts besonderes. Der DJ mit dem Indianergefieder war mir persönlich eine Nummer zu freaky.
  • Samstag Mittag war dann Kulturzeit. Wir haben zwei Ausstellungen im HBC besucht. Die erste war “Numen”, eine Ausstellung, bei der die Künstler Räume mit Licht und allerlei Bakterien und Flüssigkeitskram gestaltet haben. Ich habe mir das Info-Blatt noch eingesteckt, mir aber ehrlich gesagt noch nicht angeschaut. Vielleicht bin ich danach schlauer und weiß da noch mehr zu erzählen. Sah ganz interessant aus. Den Sinn habe ich aber mit Sicherheit nicht annähernd verstanden. Die Zweite Ausstellung war dann “xx: A sculpture of the album”, bei der das “The xx” Album visualisiert wurde in Form von drei Säulen, auf denen jeweils ein Bandmitglied zu sehen war, wie er die Songs des Albums spielt und der jeweilige Sound auch aus der eigenen Säule kam. Stellte man sich also in das Dreieck der drei Säulen, so konnte man das Album hören, indem aus jeder der drei Säulen ein Instrument kam. War ganz cool gemacht, aber in meinen Augen nicht ganz so revolutionär, wie es sich in der Beschreibung anhörte. Leider war der Künstler etwa scheu, denn ich hatte eigentlich gehofft, ihn mal kurz zu dem Projekt zu befragen.
  • Samstag Nachmittag stand dann im Zeichen des Sightseeings. Museumsinsel, Brandenburger Tor, Sony Center, Berliner Mauer, Mahnmal, usw. Muss man ja alles mal gesehen haben, auch wenn das Meiste eher langweilig war, wie ich finde. Oke, am Schloßplatz war eine “Schneemanndemo”, bei der Mann Schneemänner bauen konnte und mit Anti-Erderwärmungsschildern ausstatten konnte. Ein interessantes Projekt für einen guten Zweck. Ich wage aber mal zu behaupten, dass nur ein Bruchteil der Menschen dort gerafft haben, worum es den Demonstranten eigentlich geht. Mich so halbwegs inbegriffen. Im Sony Center haben wir dann 3D-Home-Cinema austesten dürfen. Tolle Technologie. Aber brauchen wir das wirklich?
  • Samstag Abend war dann Erschöpfung angesagt. Minus 13°C schlauchen schon. Plan zur Güte: “Same Same But Different” gucken in der Kulturbrauerei am Prenzlauer Berg. Der Film ist gut gemacht. Ein interessanter Konflikt, den Buck und Konsorten den Charakteren auf den Leib geschneidert haben. Und wie halt immer bei Buckschen Filmen sind die Charaktere irgendwie alle nicht ganz normal. Als der Film dann plötzlich zu Ende war, war ich erstaunt ob der Kurzweiligkeit des Films. Was ich allerdings nicht glaube, ist, dass in kambodschanischen Diskotheken wirklich “Slut” gespielt wird. Achja. Konstantin Gropper (besser bekannt als der Kopf hinter “Get Well Soon”) war wohl für die musikalischen Arrangements des Films zuständig. “Same Same But Different” hat sich definitiv gelohnt und meine Erwartungen erfüllt (wenn auch nicht übertroffen).
  • Sonntag war dann Abreisetag. Aber nicht ohne auf den all-sonntaglichen Trödelmarkt am Mauerpark zu gehen, denn ich hatte ja ein festes Vorhaben: irgendeine schöne alte Kamera kaufen, mit der ich ein wenig experimentieren kann. Ideal, dass mir gleich am ersten Stand eine Polaroid SL 630 in die Hände viel, dessen Mechanik noch funktionstüchtig war. 10€. Sie gehörte mir. Zwei Stände weiter noch günstig einen Film erstanden und die ersten Snapshots konnten gemacht werden. Na Toll: waren wohl Jägermeister-Promotionfilme. Jetzt haben meine Fotos einen rot-orangen Rand mit Jägermeister Aufdruck. Egal. Die Polaroiderfahrung bleibt und es macht tierisch Spaß (man weiß eben auch nie, was passiert, wenn die Filme längst über das Verfallsdatum sind).

Das war Berlin. Wer es nun bis hier her geschafft hat, den belohne ich doch glatt noch mit ein paar Fotos, die während des Wochenendes entstanden sind. Die Polaroids kommen auch irgendwann noch, die muss ich erst noch einscannen.

Berlin

Berlin
xx: A Sculpture of the album
Wall.
Giant Wheel
Kiosk
Vespa am Mauerpark
Prenzlauer Berg

Wie immer sind Kommentare, sei es hier, sei es auf Flickr gerne gesehen, denn das ist quasi mein täglich Brot.

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