Feature #2: polaroidDIARYberlin

02.03.2010 | thoughts | 2 Kommentare

Einige Zeit ist vergangen seit meinem letzten Feature (fuckyouverymuch.dk) und nun ist es endlich soweit: Feature #2.

Diesmal dabei: das Projekt polaroidDIARYberlin.

Die Seite wird von zwei Berlinern betrieben, die jeden Tag ein bis mehrere Fotos aus ihrem Alltag in Form eines Polaroids an ihre virtuelle Pinnwand pinnen. Die Idee hat mich als Polaroid-Fan natürlich direkt fasziniert, weswegen ich auch gleich eine Mail losgeschickt habe.

Ergebnis: dieses kleine aber feine Interview mit den netten Berlinern, die neben ihrer Vorliebe für Momentaufnahmen auch einen sehr guten Musikgeschmack haben!

Stellt euch vor. Was macht ihr so? Seid ihr gebürtige Berliner?

Zwei Freunde in der großen Stadt, gelangweilt von Statusupdates auf Facebook und tweeter-links, auf der Suche nach einem Kreativen-Workout. Wir kommen aus Berlin, bzw. wohnen hier schon viele Jahre und lieben diese Stadt.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, dieses Projekt zu starten?

Es fing so an:

Die dritte Generation des iPhone bringt die Möglichkeit mit, so einen Blog ohne großen Aufwand “on the go” zu betreiben – das hat am Anfang den Ausschlag gegeben.
Wir gehen nicht los, um Fotos zu machen (wann hat man schon mal die Zeit dafür und was kommt dabei raus?), sondern versuchen eher Details oder Momente unseres tatsächlichen Alltags einzufangen. Insofern ist es auch wirklich ein Diary – und es macht mitunter Spass zurückzublättern. Denn obwohl nicht alle Bilder eine Geschichte erzählen verbinden wir natürlich immer irgendwelche Erlebnisse damit, ob nun eine Ausstellung die einer besucht hat oder eine Pfütze, in die der andere getreten ist, es hat etwas mit uns zu tun.
Der Polaroid-Stil soll gerade das zwar auch zum Ausdruck bringen, dient uns aber vor Allem als einfache Klammer für ein einheitliches Layout, da wir gerne rumspielen und nicht unbedingt eine eigenständige Bildsprache haben oder suchen. Wenn dabei Fotos gelingen, die Dritte interessieren sind wir geschmeichelt und freuen uns ;)

polaroidDIARYberlin”. Was ist euer persönlicher Bezug zu Polaroidkameras?

Ich hab zwar irgendwo noch eine alte 636(?) rumfliegen, und zudem habe ich mir jetzt eine SX-70 gekauft, aber die Filme sind mir zu teuer um sie tagtäglich zu benutzen. Uns gefällt der Look der Bilder, darauf kommt es uns an.
Zudem kann man digital auch noch ganz andere Vorstellungen realisieren, wie man vielleicht auf dem einen oder anderen Foto erkennen kann.

Ihr nutzt ja verschiedenste Kameras zur Realisierung des Projektes. Welche nutzt ihr davon am liebsten und wieso?

Das iphone hat man immer dabei und aus der Situation heraus kommen manchmal sehr interessante Fotos zustande. Mit der NikonD70 bzw. D300 & Festbrennweite kann man die objektiv schöneren Fotos machen, aber man trägt sie halt nicht jeden Tag mit sich herum.
Und die Polaroid Kamera macht Spass und hat Ihren ganz eigenen Charme, ist aber einfach zu teuer um seinen Alltag damit zu dokumentieren.

Das Impossible Project versucht ja das Polaroidwerk in Enschede wiederzubeleben und bald wieder Polaroidfilme herzustellen. Würdet ihr auf echte Polaroids umsteigen, wenn ihr günstig an diese Filme herankämt? Was würde ansonsten dagegensprechen?

Polaroids sollten wieder bezahlbar werden. Es wär schön wenn man auch wieder die Wahl hätte etwas “analog” zu machen, ohne dass man dabei arm wird (oder die Fotos entwickeln lassen muss). Aber wir würden wohl nicht ganz auf polaroids umsteigen. Es kommt uns nicht auf Authenzität an, sondern auf das Motiv, auf das Endprodukt, die Erinnerung. Viele Leute muckieren sich darüber, dass wir die Fotos digital machen und dann so verändern dass sie aussehen wie ein Polaroid. Aber das is uns egal, denn es ist einfach nur unser Tagebuch und uns gefallen die Bilder ;)

Ich bedanke mich herzlichst für das Interview und den Musiktipp in eurer Mail. Viel Spaß (denn ich denke darum geht es euch hauptsächlich) und Erfolg mit euerm Projekt.

Das war Feature #2: polaroidDIARYberlin. Feature #3 ist auch bereits in der Mache.

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